Hyderabad – Zentrum der Pharmaindustrie in Indien

Autor: Yvonne

Die Stadt im Bundesstaat Andhra Pradesh ist eine der reichsten Städte des Subkontinents: IT-Industrie, Pharmakonzerne und wichtige Universitäten vereinen sich in der 4,1 Millionenstadt zu einer pulsierenden Metropole im Herzen Indiens.

Charminar in der Altstadt Hyderabads © flickr GoDakshin

Charminar in der Altstadt Hyderabads © flickr GoDakshin

Sie nennen sie auch „Cyberabad“, wegen ihrer hohen Dichte an global bedeutenden IT-Konzernen. Die an der Seite von Ahmedabad sechstgrößte Stadt auf dem Subkontinent ist ein Musterbeispiel für Industrie und Wachstum Indiens. Nicht nur die IT-Branche hat Fuß gefasst in einer Stadt, die stetig wächst, auch die vorerst national geprägte Pharmaindustrie streckt immer mehr ihre Fühler aus.

Die „City of Pearls“ ist eine echte Perle und muss sich mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 60 Milliarden US-Dollar auf dem globalen Markt schon lange nicht mehr verstecken. Von Indien geht mit seinen 1,2 Milliarden Einwohnern und seinem rasanten Wirtschaftswachstum eine große internationale Anziehungskraft aus.

Hyderabad reckt und streckt sich

Es mag paradox anmuten, dass in einem Land, das gebietsweise so arm ist, dass die medizinische Versorgung nicht ausreicht, gleichzeitig sich eines der größten Zentren der Pharmaindustrie bildet, das jährlich Unsummen an Umsatz für die Konzerne bringt. Doch das steigende Bruttoinlandsprodukt wird die Gesamtsituation Indiens in den nächsten Jahren verändern.

Hyderabad nimmt sich ein Beispiel an ihrer großen Schwester Neu Delhi. Die Hauptstadt gilt als das Wirtschaftswunder überhaupt und in ihr schlägt der Puls der aufsteigenden Industrienation Indien. In Hyderabad sind bereits Weltkonzerne wie beispielsweise Microsoft, Facebook, Google, IBM oder Amazon sesshaft geworden.

Die Pharmaindustrie Hyderabads ist zwar mit Firmen wie Dr. Reddy’s, Aurobindo oder Matrix Laboratories noch sehr national geprägt, öffnet seine Tore aber durch staatlich subventionierte Investitionen in Wissenschaftsparks oder den Aufkauf von kleineren attraktiven Betrieben dem globalen Pharmamarkt.

Hyderabad verbindet Forschung und Wirtschaft

Hyderabad ist eine der wichtigsten Universitätsstädte Indiens. Neben drei staatlichen Hochschulen befinden sich auch zahlreiche Bildungseinrichtungen mit Universitätsstatus vor Ort. Das besondere in Hyderabad ist, dass im Pharma- und Life-Sciences-Sektor eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschungsinstituten und der freien Wirtschaft besteht.

Sehenswürdigkeiten zwischen Industrie und Ursprünglichkeit

Hyderabad bietet gegenüber beispielsweise der bunten Metropole Chennai natürlich weniger direkte Sehenswürdigkeiten. Das Stadtbild ist geprägt von der Wirtschaft, die Wissenschafts- und Innovationsparks dominieren den bleibenden Eindruck einer Industrienation.

Dennoch beherbergt die Stadt im Wandel noch immer ein Stück Vergangenheit: Monumentale Tempel und Moscheen sowie das Denkmal Charminar und das Golkonda-Fort zieren das zentrale Stadtbild und erinnern an das andere Gesicht des so vielseitigen Indiens.

Und so kann man auch fernab des Trubels und des Schnurrens des Wirtschaftsmotors am Ufer des Flusses Musi in Ruhe die Hyderabadischen Spezialitäten Mutton Biryani oder Halim genießen und abtauchen in eine Welt der Gegensätze.



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